Online-Vortragsreihe IFiF-Impulse

In der Online-Vortragsreihe IFiF-Impulse beleuchten Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen die Sichtbarkeit von Frauen in verschiedenen Bereichen von Wissenschaft, Innovation und Gesellschaft und bieten tiefe Einblicke in einzelne Aspekte dieser Thematik.

Wie ist es möglich, dass Frauen sich doppelt anstrengen müssen, um die gleiche Sichtbarkeit zu erreichen wie Männer? Warum werden Publikationen von Frauen seltener zitiert als die von Männern?

In der Online-Vortragsreihe IFiF-Impulse stellen die Forschungsprojekte aus der BMBF-Förderrichtlinie "Innovative Frauen im Fokus" ihre Ergebnisse zu diesen und ähnlichen Fragen vor. Und sie zeigen Lösungswege auf, wie Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen innovative Frauen sichtbarer machen können.

Kommende Vorträge

Die Vorträge finden online via WebEx statt. Die Teilnahme ist für alle Personen kostenfrei möglich.
Bitte melden Sie sich hier zu einem oder mehreren Vorträgen an. Die Zugangsdaten erhalten Sie wenige Tage vor der Veranstaltung per E-Mail.

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Montag, 28. April 2025, 12 Uhr (s.t.)

Steigerung der Sichtbarkeit von Frauen als Expertinnen – Erfahrungen und Handlungsempfehlungen aus dem Projekt Westfälische Erfinderinnen

Prof. Dr. Julia Frohne | Westfälische Hochschule | IFiF-Projekt WE!

Im Forschungsprojekt "WE! Vom Labor in den Mittelstand: Westfälische Erfinderinnen. Analyse der Potenziale und Sichtbarmachung innovativer Frauen in regionalen Innovationsökosystemen“, das im ersten Call der Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“ von 2021 – 2024 gefördert wurde, stand die Sichtbarkeit und Sichtbarmachung innovativer Frauen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern und Positionen (Forscherinnen, Gründerinnen, Expertinnen in der Wirtschaft, Initiatorinnen in sozialen Bereichen…) im Münsterland und Ruhrgebiet im Fokus.  

Es gibt viele verschiedene Arten von Sichtbarkeit. Diese reichen von "Unsichtbarkeit“ über teilweise Sichtbarkeit und sogenannte "Hypervisibilität“, in der Frauen meist aufgrund ihres Geschlechts hervorgehoben werden, bis hin zu "glaubwürdiger Sichtbarkeit“. Die Referentin zeigt auf, wie durch ein gutes Kommunikationsmanagement glaubwürdige Sichtbarkeit durch unterschiedliche, aufeinander abgestimmte Kommunikationsmaßnahmen und Pressearbeit gestärkt werden kann und welche Strategien Frauen selbst verwenden können, um sichtbar zu werden. Eine Kurzvorstellung der im Rahmen des Projekts entstandenen Toolbox – einem open access verfügbaren Werkzeugkoffer, in dem die Erkenntnisse aus dem Projekt WE! zum Transfer in andere Regionen aufbereitet wurden – rundet den Beitrag ab. 

Mittwoch, 14. Mai 2025, 14 Uhr (s.t.)

Not All Scientists Are Treated Equally: The Bias in the Distribution of Wikipedia Biographies

Zeynep Inal, Lina Spagert, Prof. Dr. Elke Wolf | Hochschule München | IFiF-Projekt Prof:inSicht

Wikipedia schafft die Voraussetzungen für eine demokratische und partizipative Sammlung von Wissen. Somit bietet Wikipedia auch Wissenschaftler:innen eine weithin anerkannte Plattform, um ihren Beitrag zur Wissenschaft sichtbar zu machen. In der Praxis wird dieses Versprechen jedoch nicht vollständig eingelöst. Wie zahlreiche Studien zeigen, sind die von Wikipedia festgelegten Relevanzkriterien nicht immer maßgeblich für die Veröffentlichung einer Biografie.

Das Projektteam von Prof:inSicht - Sichtbarkeit von Professorinnen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften erweitert die Erkenntnisse hierzu, indem sie die Sichtbarkeit von Professor*innen in Deutschland in den Blick nehmen. Erstmalig können sie zeigen, dass Professor*innen an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Vergleich zu Universitätsprofessor*innen eine signifikant geringere Chance haben, in einem Wikipedia-Eintrag portraitiert zu werden. Darüber hinaus erkennen sie komplexe Geschlechtereffekte, die mit dem Frauenanteil innerhalb der Disziplin interagieren. Die Projektergebnisse verdeutlichen die etablierten Strukturen, die bestimmte Aufgaben und Leistungen sozial "anerkennbar“ machen und andere nicht. Dies läuft darauf hinaus, dass bei Wikipedia nicht alle Wissenschaftler*innen gleich behandelt werden. 

Der Vortrag findet teilweise in englischer Sprache statt. 

Dienstag, 27. Mai 2025, 16 Uhr (s.t.)

Fehlende Passung von Studentinnen in männlich-dominierten Disziplinen

Arian Leopold | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel |  IFiF-Projekt Bildersturm

Männliche und weibliche Studierende wählen häufig unterschiedliche Studienfächer, so dass Frauen in einigen Fächern bereits während des Studiums stark unterrepräsentiert sind und in anderen die Mehrheit der Studierenden stellen. Meist geschieht dies in Übereinstimmung mit stereotypen Annahmen über die Disziplinen. Dies wird unter dem Begriff horizontale Gendersegregation diskutiert.  

Die Erforschung möglicher Ursachen der Unterrepräsentation von Frauen in einigen Disziplinen bezieht sich deswegen auf psychologische Ursachen, die die subjektive Passung zu diesen Disziplinen betreffen. Aufbauend auf diesen Annahmen wurde das Lack-of-Fit Modell aus Selbstperspektive entwickelt und in einer männlich dominierten Disziplin am Beispiel der Philosophie untersucht. Die Ergebnisse mehrerer Studien zeigen, dass Studentinnen und auch bereits Schülerinnen in der Philosophie eine größere fehlende Passung zwischen den stereotypen Eigenschaften von Philosoph*innen und den eigenen Eigenschaften wahrnehmen. Dieser wahrgenommene Misfit korreliert negativ mit dem Zugehörigkeitsgefühl, der Beteiligung und der Intention, in der Philosophie bleiben zu wollen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die als stereotyp wahrgenommenen Eigenschaften der Disziplinen, die Unterrepräsentation von Frauen in wissenschaftlichen Disziplinen erklären können. Aufbauend darauf werden weitere Anwendungen sowie mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert.  

In den zurückliegenden Jahrzehnten wurde die Unterrepräsentation von Frauen in einigen wissenschaftlichen Disziplinen zunehmend thematisiert (STEM, Philosophie). Dabei zeigt sich, dass Frauen in einigen Disziplinen überrepräsentiert sind, während sie in anderen Disziplinen unterrepräsentiert sind. Dies wird unter dem Begriff horizontale Gendersegregation diskutiert. Das bedeutet, dass männliche und weibliche Studierende unterschiedliche Studienfächer wählen. Dies geschieht meist in Übereinstimmung mit stereotypischen Annahmen über die Disziplinen. Die Erforschung möglicher Ursachen der Unterrepräsentation von Frauen in einigen Disziplinen bezieht sich deswegen auf psychologische Ursachen. Beispielsweise wurde argumentiert, dass Frauen die eigene Person als nicht passend zu männlich stereotypisierten Disziplinen wahrnehmen und deswegen diese Disziplinen eher verlassen oder gar nicht erst wählen. Aufbauend auf diesen Annahmen wurde das Lack-of-Fit Modell aus Selbstperspektive entwickelt und in einer männlich dominierten Disziplin am Beispiel der Philosophie untersucht. Die Ergebnisse mehrerer Studien (NTotal = 961) zeigen, dass Studentinnen und auch bereits Schülerinnen in der Philosophie einen höheren wahrgenommenen Misfit berichten. Das bedeutet, sie nehmen einen größeren Misfit zwischen den stereotypischen Eigenschaften von Philosoph*innen und den eigenen Eigenschaften wahr. Dieser wahrgenommene Misfit korreliert negativ mit dem Zugehörigkeitsgefühl, der Beteiligung und der Intention, in der Philosophie bleiben zu wollen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die als stereotypisch wahrgenommenen Eigenschaften über Disziplinen, die Unterrepräsentation von Frauen in wissenschaftlichen Disziplinen erklären können. Aufbauend darauf werden weitere Anwendungen sowie mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert.  

Montag, 16. Juni 2025, 13 Uhr (s.t.)

Sind Statusbestrebungen und Aufgabenwahl in der Wissenschaft karriereentscheidend?

Sara Marie Engeler, Prof. Dr. Christiane Schwieren | Universität Heidelberg | IFiF-Projekt heiCHANGE

Ihre männlichen Kollegen sind auf vielen Konferenzen und haben prominente Autorschaft? Aufgaben in der Lehre, im Mentoring oder im Fakultätsrat werden häufiger von weiblichen Kolleginnen übernommen? 

Durch einen Fokus auf "Selbstmarketing“ und karriereförderliche Aufgaben sind die Forschungsergebnisse männlicher Wissenschaftler oft sichtbarer als die ihrer weiblichen Peers. Viele Maßnahmen der Frauenförderungen zielen darauf ab, Frauen die "männlichen“ Verhaltensmuster nahezubringen.  

Aber ist es sinnvoll, Frauen an die gegebenen Strukturen anzupassen oder sollten sich diese Strukturen ändern? Der moderne Wissenschaftsbetrieb setzt zunehmend stärker auf Teamarbeit und auch die Anforderungsbereiche werden diverser – vielleicht ist es also sinnvoller, sich anzuschauen, wie verschiedenartige Präferenzen, Fähigkeiten und Interessen am besten zusammenspielen, um hervorragende Ergebnisse und eine für alle förderliche Atmosphäre zu erreichen. 

In dem vom BMBF-geförderten Projekt "heiCHANGE - Sichtbarkeit durch strukturellen Wandel" beschäftigen wir uns mit zwei Faktoren, die die Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen am akademischen Arbeitsmarkt beeinflussen: Präferenzen für (Status-)Wettbewerbe und für unterschiedliche Aufgabenarten.  

In der Vorlesung stellen Sara Engeler und Christiane Schwieren Erkenntnisse aus der experimentellen Wirtschaftsforschung und der eigenen Forschung aus der Projektarbeit an heiCHANGE vor. Sie erörtern, ob und wie sich die genannten Faktoren auf die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft und das individuelle Wohlbefinden auswirken. Neben Maßnahmen, die individuell getroffen werden können, wird vor allem auch darauf eingegangen, was sich institutionell an der "Fachkultur“ ändern muss, um die leaky pipeline kleiner und die Forschung besser werden zu lassen. 

Dienstag, 1. Juli 2025, 15 Uhr (s.t.)

100 Malerinnen - 100 Videos: Sichtbarkeit für Frauen durch die Kraft von 100 YouTube-Videos

Anabel Derlam | Draw my Business GmbH | IFiF-Projekt Malerinnen_Kurzvideos

Trotz ihres künstlerischen Talents wurden viele Malerinnen über Jahrhunderte hinweg aus der Kunstgeschichte verdrängt oder vergessen. Doch die Digitalisierung bietet heute neue Möglichkeiten, um diesen Künstlerinnen die Sichtbarkeit zu verschaffen, die ihnen zusteht. In unserem Projekt "100 Malerinnen vom Mittelalter bis zur Moderne“ nutzen wir die Reichweite von YouTube, um vergessene Künstlerinnen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

In diesem Vortrag zeigt die Referentin, wie mit 100 Kurzporträt-Videos auf zwei YouTube-Kanälen – einem deutschsprachigen und einem internationalen mit Untertiteln in 37 Sprachen – eine digitale Bühne für diese Künstlerinnen geschaffen wird. Sie gibt Einblicke in die Konzeption, Produktion und Verbreitung der Videos und erläutert, wie sich klassische Kunst durch digitale Medien neu vermitteln lässt.

Das Projekt beweist: Mit der richtigen Strategie kann YouTube nicht nur ein Unterhaltungsmedium sein, sondern auch ein wirkungsvolles Werkzeug, um kulturelles Erbe zu bewahren und Frauen in der Kunstgeschichte sichtbar zu machen. Gleichzeitig zeigt es, dass dieses Modell auch auf viele andere Bereiche übertragbar ist. Ob in Wirtschaft, Forschung, IT, Patenten, Literatur, Politik, Wissenschaft, Musik oder Schauspiel – digitale Formate wie YouTube können entscheidend dazu beitragen, Frauen und ihre Leistungen aus der Unsichtbarkeit zu holen und ihre Geschichten einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen.

Die Vortragsreihe IFiF-Impulse wird vom Metavorhaben „Innovative Frauen im Fokus“ (meta-IFiF) im Rahmen der gleichnamigen Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung koordiniert. Die Projekte der Förderrichtlinie zielen darauf ab, die Sichtbarkeit von Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation zu erhöhen.

 




Vergangene Vorträge

Erkenntnisse aus der Medienanalyse mit dem Gender Equality Tech Tool und Auswirkungen der Sichtbarkeit innovativer Frauen

Warum werden Frauen seltener und anders in den Medien dargestellt als Männer?

Mit dieser Frage beschäftigt sich das IFiF-Projekt SESiWi – „Strukturelle Erhöhung der Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen an Universitäten, Forschungseinrichtungen und in klassischen und digitalen Medien“ der TU München, das Teil der Förderrichtlinie Innovative Frauen im Fokus des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist. Alexandra Abler zeigte in dem IFiF-Online-Vortrag, wie Erkenntnisse genutzt werden können, um mangelnde Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen in der Berichterstattung zu identifizieren und zu reduzieren.

Zum ausführlichen Bericht über den Vortrag

Leaky Pipeline in der Kommunikationswissenschaft

Dr. Maike Braun, Universität Hohenheim, IFiF-Projekt Diversity-X – Vortrag am Mittwoch, 11. Dezember 2024

Gibt es eine Leaky Pipeline in der Kommunikationswissenschaft? Und wenn ja, wie können wir das ändern? Um dieses Thema ging es im IFiF-Impulse-Vortrag von Dr. Maike Braun.Sie präsentierte aktuelle Daten zum Status quo der Repräsentation von Frauen in der Kommunikationswissenschaft und stellte ein Tool zur Messung der Gender-Diversität von Zitationen vor.

Wissenschaft sollte die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegeln, aber in vielen Fächern sind Frauen z. B. bei den Professuren unterrepräsentiert und werden seltener zitiert. Das IFiF-Projekt Diversity-X hat sich mit dieser Thematik im Fachbereich Kommunikationswissenschaft beschäftigt und ein Tool entwickelt, das die Gender-Diversität von Zitationen anhand des Literaturverzeichnisses einer Arbeit misst.

Einen ausführlichen Bericht über den Vortrag finden Sie hier.

Strategien von und für Wissenschaftlerinnen zur Sichtbarkeitssteigerung in sozialen Medien

Prof. Dr. Judith Ackermann, Anna-Sophie Barbutev, Anne-Kathrin Gerlieb, Johanna Hartmann, Fachhochschule Potsdam, IFiF-Projekt WIM – Vortrag am Montag, 18. November 2024

Im Rahmen der Vortragsreihe IFiF-Impulse stellte das IFiF-Projekt „Wissenschaftlerinnen in die Medien“ Strategien zur Sichtbarkeitssteigerung in Sozialen Medien vor. Kann Social Media dabei helfen, die mediale Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen zu erhöhen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt „Wissenschaftlerinnen in die Medien“ der FH Potsdam, das Teil der Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist. Am 18. November 2024 haben Prof. Dr. Judith Ackermann, Anne-Kathrin Gerlieb und Johanna Hartmann im Rahmen der Online-Vortragsreihe „IFiF-Impulse“ von den Aktivitäten und Erkenntnissen aus ihrem Projekt berichtet.

Das Forschungsprojekt „WIM - Wissenschaftlerinnen in die Medien” untersucht die Unterrepräsentation von Wissenschaftlerinnen in Wissenschaftsberichterstattung und (digitaler) Wissenschaftskommunikation. Davon ausgehend werden nachhaltige Handlungsstrategien und Unterstützungssysteme entwickelt, die zu einer erfolgreichen Steigerung der Präsenz von Wissenschaftlerinnen in beiden Bereichen führen.

Einen ausführlichen Bericht über den Vortrag Strategien von und für Wissenschaftlerinnen zur Sichtbarkeitssteigerung in sozialen Medien steht hier zur Verfügung.

Unternehmerische Sichtbarkeit zwischen Doing und Undoing Gender

Prof. Dr. Veronika Kneip, Dr. Melanie Slavici, Frankfurt University of Applied Sciences, IFiF-Projekt SiGi – Vortrag am Dienstag, 8. Oktober 2024

Am Dienstag, den 8. Oktober 2024 fand der erste Vortrag der Online-Reihe IFiF-Impulse im Wintersemester 2024/2025 statt. Prof. Dr. Veronika Kneip und Dr. Melanie Slavici vom IFiF-Projekt SiGi (Sichtbarkeit innovativer Gründerinnen) eröffneten mit ihrem Online-Vortrag “Unternehmerische Sichtbarkeit zwischen Doing und Undoing Gender” die nächste Runde.  

Das Projekt SiGi wird im Rahmen der Förderrichtlinie “Innovative Frauen im Fokus” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und forscht zu den Strukturen, die die Sichtbarkeit von innovativen Gründerinnen beeinflussen. Denn Startups und vor allem technologische Startups werden nach wie vor deutlich häufiger von Männern als von Frauen gegründet. Dafür wurden Gründerinnen und Gründer von Tech-Startups interviewt. 

Ein ausführlicher Bericht über den Vortrag Unternehmerische Sichtbarkeit zwischen Doing und Undoing Gender steht hier zur Verfügung.

Innovative Frauen und ihre Vorbildfunktion

Laura Korock (Europa-Universität Flensburg) & Vivien Duntze (Hochschule Flensburg), IFiF-Projekt WINnovation - Vortrag am 2. Juli 2024

Am 2. Juli fand der letzte Vortrag in diesem Semester in der Online-Vortragsreihe IFiF-Impulse statt, die vom Metavorhaben meta-IFiF durchgeführt wurde. Unter dem Titel „Innovative Frauen und ihre Vorbildfunktion“ stellten Laura Korock (Europa-Universität Flensburg) und Vivien Duntze (Hochschule Flensburg) die Ergebnisse ihrer Begleitforschung im Projekt WINnovation, das im Rahmen der Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wird, vor.

Zu Beginn des Vortrags gab es einen kurzen Überblick über das Projekt WINnovation – Women in Innovation. Das Projekt ist ein Verbundprojekt der Europa-Universität Flensburg, der Hochschule Flensburg und des Hanse Innovation Campus Lübeck. Ziel ist es, innovative Frauen sichtbarer zu machen, weibliche Role Models aufzuzeigen und jungen Frauen und Mädchen mehr Vertrauen in sich selbst und ihre Innovationskraft zu geben. Dies geschieht über verschiedene Formate wie Veranstaltungen und Mentoring.

Einen ausführlichen Bericht über den Vortrag Innovative Frauen und ihre Vorbildfunktion steht hier zur Verfügung.

Visual Storytelling am Beispiel des IFiF-Projekts UN/SEEN

Dr. Aliena Guggenberger und Julia Neller, Hochschule Mainz, IFiF-Projekt UN/SEEN - Vortrag am 11. Juni 2024

Am 11. Juni stellten Dr. Aliena Guggenberger und Julia Neller das Projekt „UN/SEEN. Innovative Frauen im Grafik-Design 1865–1919 & heute“ vor. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Kommunikationsstrategie des „Visual Storytelling“ anhand des Instagram-Kanals unseen.women.design, wobei besonders die Verzahnung von Wort und Bild hervorgehoben wurde.

Um Sichtbarkeit für die Frauen zu schaffen, die nicht gezeigt werden, durchforstet das Projektteam von UN/SEEN Archive, Sammlungen und Nachlässe und trifft Nachfahren und Sammler*innen. Die Funde werden anschließend gesichtet, sortiert und digitalisiert. Über 270 Grafik-Designerinnen konnten so in der bislang 1 ½-jährigen Projektlaufzeit ausfindig gemacht werden.

Die Ergebnisse werden zielgruppenorientiert auf Instagram und der Projektwebsite veröffentlicht. Ergänzend dazu gibt es Formate wie ein „Around the World-Symposium“ mit zeitgenössischen Designerinnen im Frühjahr 2025 und Wikipedia-Workshops, in denen bereits mehr als 30 Einträge zu Grafik-Designerinnen erstellt wurden. Eine umfangreiche Publikation der Forschungsergebnisse ist für Herbst 2025 geplant.

Zum ausführlichen Bericht des Online-Vortrags Visual Storytelling

Gibt es einen Gender Citation Gap in der Politikwissenschaft und wenn ja, was sind die Ursachen?

Prof. Dr. Ingo Rohlfing, Universität Passau; IFiF-Projekt Gender Citation Gap - Vortrag am 23. Mai 2024

Am 23. Mai 2024 fand der zweite Vortrag der Online-Vortragsreihe in diesem Semester statt. Prof. Dr. Ingo Rohlfing von der Universität Passau stellte in seinem Online-Vortrag „Gibt es einen Gender Citation Gap in der Politikwissenschaft und wenn ja, was sind die Ursachen?“ die Forschungsergebnisse aus dem IFiF-Projekt „Gender Citation Gap“ zur Zitations- und Publikationshäufigkeit von Männern und Frauen in der Politikwissenschaft vor.

Er betonte, dass Zitationen von Zeitschriftenartikeln in wissenschaftlichen Disziplinen von großer Bedeutung sind. Eine höhere Anzahl von Zitationen wird oft gleichgesetzt mit mehr Aufmerksamkeit für eine Veröffentlichung, mehr „impact" und höherer Arbeitsqualität. Somit sind sie wichtig für die wissenschaftliche Karriere und öffentliche Wahrnehmung einer Person. Forschungsergebnisse aus verschiedenen Fachdisziplinen zeigen, dass die Publikationen von Männern häufiger zitiert werden als die Publikationen von Frauen, was als „gender citation gap" bezeichnet wird.

Der ausführliche Bericht über denVortrag Visual Storytelling am Beispiel des IFiF-Projekts UN/SEEN steht hier zur Verfügung.

Visibility Gap - Warum sich Wissenschaftlerinnen doppelt anstrengen müssen

Prof. Dr. Gabriele Fischer & Stefanie Urchs, Hochschule München; IFiF-Projekt Prof:in Sicht - Vortrag am 22. April 2024

Sichtbarkeit ist in der Wissenschaft zu einem wertvollen Gut geworden. Es zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in Bezug auf das Geschlecht: gleiche Sichtbarkeitsanstrengungen führen nicht zwangsläufig zu gleicher Sichtbarkeit.

Das wirft Fragen auf: Wie findet die Herstellung von Sichtbarkeit statt? Mit welchen Hürden sind Frauen dabei konfrontiert? Welche Handlungsmöglichkeiten zeigen sich?

Das interdisziplinäre Projekt Prof:In Sicht beleuchtet die Mechanismen, die dem Sichtbarkeitshandeln zugrunde liegen. Mit qualitativen und quantitativen Forschungsansätzen wird untersucht, wie Wissenschaftler*innen Sichtbarkeit herstellen. Mit informatischen Methoden wird analysiert, wie auffindbar Wissenschaftler*innen im Netz sind.

Die Ergebnisse zeigen eine hohe Komplexität von Sichtbarkeitshandeln in hierarchischen Geschlechterverhältnissen. Dennoch lassen sich Ansätze ableiten, wie Wissenschaftlerinnen mit dem Sichtbarkeitsimperativ umgehen können.

Der ausführliche Bericht über den Workshop Visibility Gap steht hier zur Verfügung.

Workshop: Do it your way - Entwicklung einer authentischen Sichtbarkeitsstrategie für Wissenschaftlerinnen

Dr. Katja Knuth-Herzig, ZWM Speyer; IFiF-Projekt SPARK - Vortrag am 16. Januar 2024

Mit den eigenen Kompetenzen und der eigenen Forschung sichtbar werden – darum ging es am Dienstag, den 16.01.24 in der Online-Vortragsreihe IFiF-Impulse. Dr. Katja Knuth-Herzig bot unter dem Titel „Do it your way - Entwicklung einer authentischen Sichtbarkeitsstrategie für Wissenschaftlerinnen“ einen Kurzworkshop an, der zum Ziel hatte, erste Ideen für die eigene Sichtbarkeitsstrategie zu erarbeiten und allen Teilnehmerinnen einen Impuls zu geben, mit der eigenen Sichtbarkeit zu starten.

Dr. Julia Rathke und Dr. Katja Knuth-Herzig haben im Projekt SPARK (Dt. Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer) auf Grundlage eines Design Sprints mit Expert*innen sowie einer deutschlandweiten Online-Umfrage einen Workshop in Form einer 1,5tägigen Praxiswerkstatt „Sichtbarkeit für Frauen in der Wissenschaft“ entwickelt. Im Rahmen der Vortragsreihe wurde eine Kurzversion davon angeboten.

Der ausführliche Bericht über den Workshop Do it your way steht hier zur Verfügung.

Female Entrepreneurship - Gründen Frauen anders?

Dr. Melanie Slavici & Prof. Dr. Veronika Kneip, Frankfurt University of Applied Sciences; IFiF-Projekt SiGi - Vortrag am 5. Dezember 2023

Von Frauen gegründete Startups erhalten weltweit nur ca. zwei Prozent des Risikokapitals – warum ist das so? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Melanie Slavici und Prof. Dr. Veronika Kneip vom Projekt „Sichtbarkeit innovativer Gründerinnen“ an der Frankfurt University, das die Mechanismen und Strukturen, die die Sichtbarkeit von Startup-Gründerinnen beeinflussen, untersucht. Nach einer Einführung in das Thema (Female) Entrepreneurship wurde die Frage nach den großen Unterschieden bei der Vergabe von Risikokapital für männliche und weibliche Gründer*innen aufgeworfen. Mögliche Erklärungsansätze sind zum Beispiel die „demand-side debt aversion“ (weniger Risikofreude und Gründungen in weniger kapitalintensiven Branchen) oder auch „supply-side discrimination“ (eine männlich dominierte Investoren-Szene investiert eher in Gründerteams, die ihnen vertraut sind). Diese Ansätze wurden vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Hier geht es zu dem Bericht des Vortrags "Female Entrepreneurship - Gründen Frauen anders?".

Professorinnen im Sport: Sichtbarkeit, Wahrnehmung und Vorbildfunktion

Prof. Dr. Pamela Wicker & Dr. Katrin Scharfenkamp, Universität Bielefeld; IFiF-Projekt SiWaProf - Vortrag am 7. November 2023

Im zweiten Vortrag der Online-Reihe IFIF-Impulse ging es um die die Sichtbarkeit von Professorinnen im Sport, konkret in den Disziplinen Sportökonomie, Sportmanagement und Sportsoziologie. In diesen Disziplinen sind Frauen nach wie vor selten vertreten. Im IFiF-Projekt SiWaProf, das an der Universität Bielefeld angesiedelt ist, wird zu diesem Thema geforscht.

Dr. Katrin Scharfenkamp stellte in ihrem Vortrag kurz das Projektdesign von SiWaProf vor. Anschließend präsentierte sie aktuelle empirische Forschungsergebnisse aus dem Projekt. Im ersten Teil ging es um Professor*innen als Vorbilder und ihre Auswirkungen auf die Karriereentscheidungen von Akademiker*innen. Im zweiten Teil präsentierte sie Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen wahrgenommenen Attributen von Wissenschaftler*innen in Sportökonomie, Sportmanagement und Sportsoziologie sowie zur wahrgenommenen Rollenpassung von Wissenschaftler*innen in diesen Disziplinen. Der dritte Teil fokussierte auf die Forschungsergebnisse zur medialen Wahrnehmung von Wissenschaftler*innen im Sport.

Der Gender Visibility Gap in der Wissenschaft: Positionen, Akteur*innen, Handlungsoptionen

Prof. Dr. Ute Klammer & Eva Wegrzyn, Universität Duisburg-Essen; IFiF-Projekt EXENKO - Vortrag am 17. Oktober 2023

Im Einführungsvortrag gaben Prof. Dr. Ute Klammer und Eva Wegrzyn (beide Universität Duisburg-Essen, Projekt EXENKO) einen Einblick in die aktuelle Studienlage zu Geschlechterunterschieden in der Sichtbarkeit von Wissenschaftler*innen. Untersuchungen zeigen, dass es diese auf zwei Ebenen der Sichtbarkeit gibt: wissenschaftsintern, z. B. bei Publikationen und Zitationen, sowie bei der Wissenschaftskommunikation, also dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Gesellschaft.

Anschließend widmeten sie sich der Frage, wie verschiedene Akteursgruppen aus der Wissenschaft zu dem Thema stehen – und welche Handlungsmöglichkeiten diese jeweils haben. Dazu stellten sie Ergebnisse ihrer Studie vor, in der Interviews mit PostDocs, Professorinnen, Verantwortlichen für Hochschulkommunikation und Gleichstellungsbeauftragten geführt wurden.

Den ausführlichen Bericht über den Vortrag "Gender Visibility Gap in der Wissenschaft" finden Sie hier.